...die Minenstadt mit Kultur

 

Die Fahrt nach Potosi führte über die bislang groesste Höhe von 4710m. Deutlich wird hier der Bergbau bzw. die Abbautätigkeiten. Zahlreiche kleine Mineneingänge am Cerro Rico, die meist eher an von Sklaven gegrabene Maulwurfslöcher, als an wohl organisierten "westlichen" Abbau erinnern, charakterisieren diesen Berg.

Seit dem 16.Jahrhundert wird dieser Berg intensivster Ausbeutung der Silbervorkommen unterzogen. Zahlreiche Opfer, Mensch und Tier, sind auf der todesliste vermerkt.

Aber auch die hier "ansässige" Kultur, vorwiegend aus der Silber- Blütezeit", wird deutlich. Zahlreiche Museen und Kirchen gibt es zu besichtigen, von denen ich eine Kleinstauswahl vornahm. Diese Begrenzung deshalb, weil mir das tägliche Treiben in der Stadt wichtiger erscheint, als die Vergangenheit zu durchstöbern.

Die Informationen über das Vergangene konnte ich hier durch das Münzmuseum, "Casa de Moneda" und durch das "Museo y Mirador de San Francisco" sowie eine ausgedehnte geführte Besichtigung der Minen am Cerro Rico bekommen.

Letztere Besichtigungstour ist zu empfehlen, für all diejenige, die auch einmal sehen wollen, was echte körperliche Schwerstarbeit bedeutet, und nichts ist gestellt. Die Stadt, angeblich die höchstgelegene der Erde, liegt am Hang und gleichzeitig ist sie ins "Tal" eingebettet auf über 4000 Meter. Das Zentrum wirkt sauber, sehr belebt und der Hauptplatz, der "Plaza 10 de Novembre", lädt zum Verweilen und Beobachten ein. Die Gebäude herum, sakrale und staatliche Bauwerke, wirken.

Die Menschen, gemischt vom "Nativo mit traditioneller Kopfbedeckung" über die einheimischen Jugendlichen bis zum "Touri mit Fotocam", geben ein klares, interessantes Bild der Gegenwart.

Die Schnecke habe ich unweit vom Zentrumsplatz auf einem kleinen "Plätzchen", gebührenpflichtig, die 3 Tage geparkt, es wirkt sicher, halt ein bisserl schief, so wie fast jede Straße aufgrund der Hanglage, aber fein für den Fußmarsch durch die Stadt.

Diese Schönheit ist aber relativ rasch wieder verschwunden, so man abseits vom Touristenzentrum die Ränder der Stadt durchfährt. Dreck und zunehmende Einfachheit bis hin zur Armut aus unserer Sicht bestimmen den Eindruck.