... oder, die "Konsolidierungspause" in Iquique geht zu Ende

 

So groß die Freude war, hierher in den mir bekannten Flightpark (www.altazor.cl) in Iquique zu kommen, so groß ist jetzt auch wieder die Freude weiter zu ziehen. Es geht nach Bolivien, wo mich ein ganz anderes Land, eines der ärmsten in Südamerika, erwarten wird.

Die letzten 4-5 Wochen waren geprägt von einem Mix aus Paragleiten, Fahrzeugcheck, Fliegerunterhaltungen und Wohnen im Schneckenhaus. Im Schnitt, so es auch das Wetter wollte, ging ich jeden 3. Tag in die Luft, hauptsächlich in Iquique aus bzw. startend von der oberen Stadt "Alto Hospicio", dem ortsüblichen Startplatz auf rund 550m über Iquique.

Immer wieder beeindruckend, die Stadt zu überqueren, so dies bei uns ja nahezu unmöglich ist. Einen Eindruck bietet der kurze Film (siehe unten), der aus Fotos und Aufnahmen aller meiner Aufenthalte, entsstanden ist.

Die Fliegerei verlief grundlegend gemütlich. Das Wetter, nicht so konstant wie in den Sommermonaten mit der Fliegerhochsaison im Oktober bis Dezember, ermöglichte doch einige abwechslungsreiche Flüge. Bis auf Niederschlag war alles dabei, wie es halt hier im Winter schwankenderweise vorzufinden ist. Die Nachttemperaturen liegen so zwischen 8 und 14 Grad, am Tag geht es rauf auf deutlich über 20, je nach Pazifikwindverhältnisse. Die Schnecke ist wieder in Schuß, die Aufhängung des vorderen Stoßdämpfers war beispielsweise, neben sonstigen Maßnahmen, zu reparieren, was ein lokaler Mechanikus günstig, ohne neue Ersatzteile, aber sehr gut erledigte.

Das Schneckenhaus ist zumindest Innen ordentlich gesäubert und auch zusätzlich mit ein paar Verbesserungen versehen worden, so wird es zukünftig möglichen Einbrechern wesentlich erschwert das innernleben des schneckenhauses ohne Einladung zu "besichtigen". Fein war durchaus auch, obgleich in der jetztigen Wintersaison ungleich weniger Leute in den Flightpark kommen, die Bekanntschaft von so manchen Piloten und Reisenden gemacht zu haben. Vorne weg sind es wieder hauptsächlich die Schweizer gewesen, die mir begegneten, aber auch Australien, USA, Argentinien, Chile, sowie Südafrika und Holland waren vertreten. Bin mir sicher, es war nicht die letzte Begegnung mit diesen Abenteurern. Die Zeit verging im wahrsten Sinn des Wortes wie im Flug, und fast hat sich schon ein bisserl die Faulheit eingeschlichen - Zeit eben, aufzubrechen und wieder Neues zu "entdecken". Die Gemütlichkeit nimmt hier doch überhand und man gewöhnt sich schnell wieder daran, nicht in allen Belangen so sparen zu müssen. So ist zum Beispiel hier die Stromversorgung und auch die Internetanbindung sehr gut. Kaum wird dies wieder zur Selbstverständlichkeit, legt der Zeitverbrauch für so manches rapide zu.

Der Sicherheitsaspekt hier im flightpark ist ebenfalls besonders wichtig, so man hier eigentlich alles liegen und stehen lassen kann, ohne sich Sorgen machen zu müssen. Das ist doch ein Riesenvorteil für einen Aufenthalt in diesen Ländern.

... aber jetzt wird es wirklich Zeit, denn meinen Reisevorstellungen zufolge, ohne den genauen Verlauf im Augenblick zu kennen, liegt noch ein weiter Weg vor mir.

Es ist jetzt ähnlich, wie es vor einigen Monaten am Schiff war. Man könnte durchaus noch länger bleiben, allerdings lockt das Neue, dies nun in Form des östlichen Nachbarlandes Chiles, nämlich Bolivien. Der wohl spannendste Höhepunkt der nächsten Wochen wird dort in den Anden der "Salar de Uyuni" sein, der größte Salzsee der Erde auf über 3500m.

 

Die Marschbereitschaft ist hergestellt, leider ist im letzten Augenblick noch eine Gleitschrimreperatur notwendig geworden, was den Start verhältnismäßig unmerklich verzögert hat.