Colombia - vom Kolonialdorf an die Karibikküste (Teil I) - Barichara

 

 

 

 

800 WEITERE KILOMETER MIT WEITEREN INTERESSANTEN BESICHTIGUNGEN UND BEGEBENHEITEN

 

Nach dem entspannten Aufenthalt in Floridablanca bei Bucaramanga, einigen schönen Flügen und dem Werkstättenaufentahlt der Schnecke, ist es an der zeit weiter zu ziehen.

Zuerst nochmals kurz ein Stück nach Süden, um Barichara und Guane, 2 Kolonialstädte vom Feinsten, zu besichtigen, dann wieder an Bucaramanga vorbei, welches im Übrigen nur vom Flughügel (bei Floridablanca) wirklich gut aussieht. Das "alte" Zentrum hat einen leichten Ostblockcharme, bis auf die Temperaturen. Der Nordrand dieser Stadt ist dann auch zunehmens dreckiger und ärmlicher.

Also dort vorbei und weiter Richtung Norden mit Zwischenstopp in Aguachica und bei El Burro (fotoloser Abschnitt) abgezweigt nach Westen quasi ins lagunenartige Schwemmland des Rio Magdalena bis nach Guamal (feucht und staubig), wo ich unerwarteterweise den Balg der Luftfederung unter einheimischer Zuschauerbeobchtung wechseln musste.

(Die Balge sind leider auf leichtgewichtige Asphaltwochenendreisende ausgelegt!)

Leider kamen pünktlich um 18Uhr15 ein ganzes Geschwader an Mosquitos daher. Den Krieg verlor ich jämmerlich. Aber mit ein paar Einheimischen wurden dann nach erfolgreichem Austausch des Balges ein paar kalte Biere eingeworfen.

Am Folgetag ging es nach Mompos weiter, eine Stadt mit einigen Kirchen diverser Orden und maurischem Kolonialeinschlag, sehenswert jedenfalls und schön gelegen am Rio Magdalena. Es folgte die notwendige Fährfahrt am Fluss und die letzten 100 km nach Cartagena.

Leider zerstörte eine Glasflasche einen meiner "neuen" Chinareifen komplett und eine Autostopperin, die mir sogleich die Schriften der Christen unter die Nase hielt, glaubte doch glatt beim Verlassen meiner Kutsche mein Telefon in ihren Besitz übergehen lassen zu müssen. Das hat man von der Freundlichkeit. Klarerweise hab ich das zu spät bemerkt, um noch eine vernichtende handlung setzen zu können, so blieb der doppelte ärger, den ich, so gut es ging, versuchte zu ignorieren. Was solls, ma hat eh zu viel elektronisches Zeug dabei ;-)

Seit Bucaramange konnte ich Kolumbien doch schon ein wenig mehr von der ländlichen Seite kennenlernen. Die Leute sind tatsächlich sehr, sehr freundlich und stets hilfsbereit, auch wenn der eine oder andere damit natürlich ein Geschäft machen möchte.

Viel Polizei und abschnittsweise Militär ist am Straßenrand mit auffälliger Freundlichkeit anzutreffen, Zwischenfälle, die der Europäer sich klassisch ahnungslos "herbeisorgt" gab es glücklicherweise keine.

Unter Berücksichtigung der Größe des Landes ist das auch nicht weiter verwunderlich.

Mit Ende der Regenzeit werden jetzt die Regenfälle naturgemäß auch seltener, die Temperaturen Richtung Karibikküste steigen merklich an (35-38°C), die "Hellzeit" bleibt konstant bei ca 12,5 Stunden und so ist es um 18 Uhr 15 quasi stockdunkel, wie wenn einer das Licht ausdreht, und zur Schlafenszeit ruft. Das stört mich ein bisserl, weil mir die Nacht zu lang und folglich der Tag zu kurz wird und der Beginn meiner Müdigkeit mit der Schlafenszeit meiner Neffen ziemlich übereinstimmt, oder jetzt vielleicht noch früher ist. Das Reifenproblem konnte ich dann in Cartagena lösen, und habe jetzt Koreanische Pnös für die Hinterbeine der Schnecke drauf, wohl auch original mit Kinderhandbeteiligung, wie die Chinesischen Vorgänger, aber qualitativ hochwertiger und mit 4 Jahresgarantie gegen Materialschäden. Die Verschiffung von Cartagena nach Panama, mit der ersten oder zweiten Dezemberwoche angepeilt, ist organisatorisch ebenfalls in der Mittelphase. Es bleibt abzuwarten ob alles hinhaut, teuer wird es allemal, ein lottospielähnlicher Zustand ist bereits erreicht.

Vorerst geht es noch in die Karibik und entlang Palmenküste Richtung Nordosten.