Wieder einmal Leben in der Werkstätte

 

Vor 11 Tagen gestrandet und die Frage, die sich mir jetzt mit einem leichten Lächeln stellt ist, ob es tatsächlich einen Sinn hat, überhaupt etwas zu planen. Die Schnecke scheint schon "geringfügig" gezeichnet zu sein von der langen Tour, immerhin sind es bereits 179 Mal Tanken und 65500km seit dem wir in Salzburg im Jänner 2013 gestartet sind. Nun hat sich zu allem Überfluss auch noch die Kupplung verabschiedet, es scheint als wäre diese Konstruktion einer japanischen Kupplung für einen PickUp nur für den Stadtverkehr auf Meeresniveau und am besten ausschließlich für die Niederlande geeignet. Wahrscheinlich doch "made in China".

 

Jedenfalls schaffte ich es ob der Flachheit des hiesigen Canadischen Landesabschnittes gerade noch bis zu einer Nissanwerkstätte. Wahrscheinlich half sogar der Irrglaube, dass Süden ja unten liegt und es daher auch hinunter gehen müsse, ebenfalls noch etwas mit. Es war tatsächlich kein Meter mehr drin. Die Kupplung verweigerte Ihren Dienst, den Kraftschluss des Getriebes mit dem Motor wenigstens noch einmal herzustellen, exakt vor der Tür der Nissanwerkstätte in Lloidminster.

 

Leider waren die da mit ihrem Latein schnell am Ende, weil ich erstens mit dem Schneckenhaus nicht auf die Hebebühne passte und außerdem haben die Canadier keine Dieselfahrzeuge und somit auch mein Automodell nicht im Programm, somit war heir keine großartige hilfe zu erwarten, obwohl sich alle recht bemühten.

 

Tagsdarauf wurde ich unerwartet weiter zu einer anderen Werkstätte geschleppt, die offensichtlich eine geeignete Hebebühne sowie auch geeignete Kupplungskompetenz aufzuweisen hat. Dort gut angekommen, richtete ich mich sogleich auf einen längeren Aufenthalt ein, denn meine bisherigen Infos ließen auf eine ausgedehntere Wartezeit schließen, was mich naturgemäß besonders erfreute.

 

Egal - in der neuen Werkstätte wurde das Problem dann richtig, primär telefonisch, angegangen, und ich merkte gleich, dass es doch nicht ganz so leicht war, eine Kupplung zu bestellen, obwohl ich jetzt tatsächlich beim Schmied war und nicht mehr beim Schmiedl. Canada und USA erwiesen sich als Fehlanzeige, Österreich war viel zu teuer, das Wochenende lag dann auch noch dazwischen und nun bestellten wir letztlich doch gleich eine ordentliche Kupplung für Erwachsene bei einem Havy-Duty-Laden in Australien.

 

Und nun sitz ich bereits Tag Nummer 11 hier in Lloidminster fest, ein wahrlich "attraktiver" Ort. Die halbausgeweidete Schnecke, wie im Bild zu sehen, steht auf der Hebebühne und ich wohne hier im Schneckenhaus unter dem Dach der Werkstätte. Da die Aufarbeitung des enormen Fotomaterials ebenfalls enorme Zeit in Anspruch nimmt, ist die Verweildauer hier auch gut nutzbar.

 

Die Leute sind ausgesprochen freundlich und ich gehör mittlerweile schon "beinahe" zum Inventar. Zur Erhöhung meiner Mobilität zwecks Einkauf beim Superstore darf ich sogar eine Firmenkutsche verwenden, das Internet wird vom Nachbarladen angezapft, Strom und Wasser ist ausreichend vorhanden, was will man mehr.

 

"A VER", wie man so schön in Südamerika sagt. Die derzeitige Lage: 038 Tage bis Halifax.

 

P.S: Einbürgern lass ich mich hier sicherlich nicht! --->Freude auf Salzburg ist riesenmächtig!!